subculture Soundsession #015: Boris Mann

...über improvisierte Sets, Connections und seine eigene Melodie
Boris, Mann, Techno, House, DJ, Set, Podcast, Soundsession, subculture, Lörrach, club, musik, interview

Boris Mann ist ein in Lörrach sesshafter DJ und Produzent, strotzend vor Kreativität und Motivation. Musikalisch orientiert sich Boris an zeitloser, housiger und deeper Musik, die am besten mit einer extra Portion Subwoofern genossen werden sollte. Über Mangel an Auftritten kann sich Boris nicht beklagen, da trotz des Spagats Beruf vs. Hobby regelmäßig bundesweite und neuerdings auch internationale Bookings anstehen.

Alter: 28 Jahre
Herkunft: Deutschland
Wohnort: Lörrach
Umfang Trackselection: ca. 200 GB
DJ seit: 2007
Setup: Pioneer Rekordbox USB (Club), Traktor Pro, iPad, das als Midi Controller gesteuert werden kann, Pioneer DDJ-SR, Ableton Push Kontroller und Ableton Live 9, Yamaha P105B (Digitales Stage Piano), 2 x Rockit Krk RP6 G3 Lautsprecher, 1 x Rockt Krk RP5 G1 Lautsprecher, Pioneer Kopfhörer HDJ-1500, Technics Kopfhörer 1200 (Club) 
Style: Deep- & TechHouse

Hallo Boris, du hast ja echt eine Wahnsinnsmenge an DJ-Sets auf deiner SoundCloud-Page - und mehrmals im Monat kommen neue hinzu. Es soll ja Künstler geben, die können einfach nicht aufhören Output zu produzieren. Wie kommt das bei dir? Achtest du darauf, eine bestimmte Frequenz zu halten, oder sprudeln die Sets einfach nur so aus deinem Mixer?
Musik ist mein Hobby und ich bin täglich auf der Suche nach neuem Sound. Meine Sammlung wächst ständig weiter. Wenn man bei einer solchen Menge von Musikdateien den Überblick nicht verlieren will, sollte man sich vorher Gedanken über die Ordnerstruktur gemacht haben. Meine Sets entstehen im Prinzip ganz einfach, sobald mich wieder ein neues Lied für ein Set oder ein Intro inspiriert hat, drücke ich den Aufnahmeknopf und versuche das Genre beizubehalten. Alle Sets sind mehr oder weniger improvisiert.

Du hast dir dein Image, deine Fanbase und deine Fähigkeiten in bester DIY-Manier angeeignet. Was verleiht dir Antrieb immer weiter zu machen? Und was würdest du jungen Talenten empfehlen, die sich als DJ/Produzent etablieren möchten?
Es kommen jeden Tag neue Tracks raus, die man natürlich suchen muss. Genau DAS ist mein Antrieb! Seit circa zwei Jahren finde ich es enorm, wie viel neuer Sound produziert wird.
Es ist gar nicht so einfach an einen öffentlichen Gig zu kommen. Ausschlaggebend ist letztendlich die Connection. Ich hatte damals das Glück, durch meinen besten Freund an einen ersten öffentlichen Gig zu kommen. Danach lief es ganz von allein und die Gigs häuften sich relativ schnell. Nach zwei bis drei Jahren spielte ich an fast jedem Wochenende. Es gibt aber sonst auch Möglichkeiten z.B. über einen Newcomer-Contest an öffentliche Veranstaltungen zu kommen oder man verschickt ein Promo-Set an einen Club, wobei man damit nicht wirklich weit kommt.

Du sagst zwar, dass du selbst schon produzierst, aber es hat bisher keine Platte den Weg an die Öffentlichkeit gefunden. Wirst du dem Anspruch an dich selbst noch nicht ganz gerecht, oder gibt es andere Gründe hierfür?
Die Musikproduktion hat mich erst als ich DJ wurde interessiert. Durch Zufall bin ich vor circa einem halben Jahr an den Ableton Push Kontroller gekommen. Er hatte mich sofort überzeugt, da er ganz frisch auf dem Markt war und speziell für die Software Ableton Live entwickelt wurde.
Bevor man wirklich kreativ wird, muss man erst mal eine Tontechniker-Ausbildung machen. Es ist im Prinzip ein komplettes Tonstudio mit allen möglichen Instrumenten, Tönen, Geräten, Effekten usw. Bis man die beherrscht vergehen sicher zwei bis drei Jahre. Natürlich bringt man davor auch schon was auf die Reihe, aber ich würde nicht zu schnell an die Öffentlichkeit gehen. Ich setzte mich so oft ich kann mit Tutorials auseinander und bin momentan dabei meine eigene Melodie zu komponieren. Dies geht mit dem Ableton Push Controller relativ einfach. Viele Liedbegleitungen bestehen nämlich aus nur wenigen Akkorden. Ich verwende für die Melodie noch zusätzlich mein digitales Stage Piano, da ich mit neun Jahren angefangen habe Klavier zu spielen. Es gab zwischendurch eine lange Pause, aber in das Notenlesen kommt man schnell wieder rein und der Rest ist Übungssache.



Boris Mann auf Soundcloud
 

Ray Hoffmann